turmdersinneDas Hands-on-Museum zum Erleben, Staunen und Be-greifen |
Von Sinnen 2012
Dienstag, 27. März 2012, 19.30 Uhr
Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg.
Prof. Dr. Dr. Gerhard Vollmer
Buchung über BZ (Kurs-Nr. 00841)
Wie viele Sinne hat der Mensch? Ist es nicht mit fünfen getan, und ist der sechste Sinn nicht schon übersinnlich? Sorgfältige Zählungen kommen – ganz ohne Übersinn – leicht auf zwanzig Sinne. Wie viele es auch sein mögen, Aufgabe der Sinnesorgane ist es, das Gehirn mit Information über die Außenwelt und über den eigenen Körper zu versorgen.
Wahrnehmung geht über die Sinne hinaus: Im Gegensatz zu bloßen Empfindungen leistet sie eine Rekonstruktion der Welt. Diese Leistung ist in manchen Bereichen sehr zuverlässig, in anderen fehleranfällig. Ist das Zufall? War ein Schöpfer am Werk? Oder gibt es eine natürliche Erklärung? Die Evolutionäre Erkenntnistheorie erklärt Leistungen und Fehlleistungen unserer Sinne, unserer Wahrnehmung, allgemein unseres Erkenntnisapparates über die biologische Evolution. Dass unsere Rekonstruktionen so gut auf die Welt passen, ist Ergebnis einer Anpassung. Aber biologische Anpassung ist nie ideal.
Gene sind nicht alles. Organe müssen reifen, und sie müssen gebraucht werden. Das gilt für alle Organe. Je besser wir unsere Sinnesorgane, unsere Wahrnehmung, unser Gedächtnis, unseren Umgang mit Wissenswertem trainieren, desto besser wird unsere Rekonstruktion der Welt.
Dabei können verschiedene Sinne zusammenwirken. Sie können einander allerdings auch widersprechen. Aber aus solchen Fehlleistungen – auch und gerade aus Sinnestäuschungen – können wir wieder besonders viel lernen! Das Studium der Sinne ist also immer lohnend – wenn sie funktionieren und wenn sie versagen.
Vortragsfolien Vollmer (pdf: 922 KB)
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